Die Freizeitfischerei lässt sich weder auf eine Tonnage noch auf eine wissenschaftliche Bewertungsgrafik reduzieren. Sie verkörpert eine intime Beziehung zur Küste. Seit Generationen markiert die Makrele den Beginn des Sommers. Die Deiche füllen sich im Laufe des Tages. Die Maschinengewehre glitzern in der Sonne, sobald das Wetter günstig ist. Kinder halten ihren ersten Stock in der Hand. Diese Praxis gehört zur maritimen Volkskultur. Sie geht über die einfache Logik der Ernährung hinaus.
Eine geschwächte maritime Kultur
Baudelaires erster Vers "Freier Mann, immer wirst du das Meer lieben!" klingt heute wie eine melancholische Mahnung. Das Meer war lange Zeit ein offener Raum. Ein Ort der individuellen Initiative. Ein Gebiet der Freiheit, das manchmal rau, aber selten bis ins Detail der täglichen Geste verwaltet wurde. Durch die Zunahme von Quoten, Online-Meldungen, saisonalen Verboten und technischen Beschränkungen verändert sich dieses Verhältnis allmählich. Der Fischer fühlt sich nicht mehr als Teil eines gemeinsamen Erbes. Er wird zum überwachten Nutzer einer reglementierten Ressource.

Diese Entwicklung nährt ein Gefühl der Enteignung. Die in den sozialen Netzwerken gesammelten Kommentare (Tausende in wenigen Tagen) zeugen davon. Viele prangern die als unverhältnismäßig empfundene Kontrolle an. Andere sprechen vom "Tod der Freizeitschifffahrt". Einige erwähnen die Aussicht, ihr Boot zu verkaufen, wenn die Ausfahrt auf See nur noch ein symbolisches Abendessen einbringt. Abgesehen von den verbalen Exzessen geht eine Sorge durch die Häfen: Rechtfertigt das Auslaufen für fünf Makrelen den Treibstoff, die Wartung und den Liegeplatz? Diese Frage ist nicht anekdotisch.
Eine echte wirtschaftliche Sorge
Die Freizeitfischerei strukturiert eine diskrete, aber reale Küstenwirtschaft. Angelgeschäfte, Werften, Motorenhersteller, Hafenmeistereien, Angelführer, Fachmedien, Hersteller von Angelgeräten und Booten oder auch Saisonunterkünfte profitieren von dieser Aktivität. Eine zu restriktive Beschränkung kann die Praxis und die damit verbundenen Ausgaben belasten. Ein Freizeitsportler, der auf die Ausfahrt verzichtet, verzichtet auch auf den lokalen Konsum. Die durch die Deindustrialisierung bereits geschwächten Gebiete fürchten diesen Dominoeffekt.

Die Debatte offenbart auch eine soziale Kluft. Für manche Städter, die weit vom Meer entfernt wohnen, erscheinen fünf Makrelen pro Tag an den drei bis fünf Tagen, die sie mit Hochseefischen verbringen, als völlig unzureichend. Für die Küstenbewohner stellt das Fischen eine erschwingliche Freizeitbeschäftigung mit einem kulinarischen Aspekt dar, der das Vergnügen verlängert. Die Makrele bleibt ein beliebter Fisch. Sie wird gegrillt, geräuchert oder als Rillettes verzehrt. Sie wird mit dem Nachbarn geteilt. Den Fang drastisch zu begrenzen, kann in einem Kontext, in dem die Lebensmittelinflation die Haushalte bereits belastet, als zusätzliche Einschränkung wahrgenommen werden.
Ein Gefühl von zweierlei Maß
Der Vergleich mit der industriellen Fischerei taucht immer wieder auf. Er nährt die Ressentiments. Die Fabrikschiffe, die in der Lage sind, in wenigen Tagen Hunderte von Tonnen zu fangen, symbolisieren die Asymmetrie. Auch wenn ihre Quoten durch europäische Abkommen geregelt sind, kristallisiert das Bild dieser Kolosse gegenüber dem Angler die empfundene Ungerechtigkeit. Die Maßnahme an den fünf Makrelen erscheint somit als ein Signal, das eher an den Schwächsten als an den Mächtigsten gesendet wird.

Es wäre jedoch eine Vereinfachung, Berufsfischer und Amateure systematisch gegeneinander auszuspielen. Auch die Berufsfischer an der Küste leiden unter starken Einschränkungen. Sie setzen sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung ein, da ihre Tätigkeit direkt davon abhängt. Die Spannung liegt eher in der internationalen industriellen Größenordnung als in der lokalen Koexistenz. Hier steht die politische Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.
Meldepflicht für Makrelen auf RecFishing
Die neue Regelung führt auch eine neue administrative Dimension ein, indem sie für bestimmte Arten eine Meldepflicht vorsieht. Die Ministerin wies darauf hin, dass die Makrele schließlich von der Meldepflicht über die RecFishing-Anwendung betroffen sein wird. Von der schrittweisen Einführung ist nichts mehr übrig geblieben. Die Ankündigung ist gewalttätig und die öffentliche Konsultation bereits online. Der Text steht unmittelbar bevor!
Die spontane Geste des Angelns wird zu einer verbuchten Handlung. Für einen Teil der Fischer ist diese Rückverfolgbarkeit ein Widerspruch zur maritimen Kultur, die auf individueller Verantwortung und mündlicher Überlieferung beruht.
Unterschwellig zeichnet sich eine umfassendere Frage ab: Welchen Platz möchte die französische Gesellschaft dem Freizeitangeln einräumen? Ein einfaches, unter strengen Auflagen toleriertes Hobby oder eine patrimoniale Praxis, die in ein konzertiertes Management eingebunden ist? Wenn die Auflagen ohne Pädagogik und wahrgenommene Gerechtigkeit angehäuft werden, besteht die Gefahr, dass sich die Kluft vergrößert. Wenn die Maßnahme hingegen Teil einer globalen Anstrengung ist, die wirklich alle Akteure einschließt, kann sie verstanden werden.

Das Meer kann nicht mehr der regelfreie Raum sein, der es einst war. Wissenschaftliche Daten erzwingen Anpassungen, doch diese sind völlig unausgewogen, und die von uns veröffentlichten Zahlen sprechen für sich! Mit weniger als 1 % der Makrelenentnahme muss die Freizeitfischerei nicht unter all diesen Zwängen leiden. Die kulturelle Freiheit, die mit dem Angeln verbunden ist, darf nicht ignoriert werden. Das Gleichgewicht zwischen Erhaltung und sozialer Akzeptanz stellt nun den Kern der Debatte dar. In dieser Spannung entscheidet sich die Zukunft einer Praxis, die weit über fünf Makrelen hinaus unsere kollektive Beziehung zum Meer in Frage stellt.

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