Wasser in Gefahr: Ein Aufruf zum Handeln von Verbänden und der FNPF

Ist das Wasser in Gefahr?
Ist das Wasser in Gefahr? © Laurent Duclos

Am Vorabend einer entscheidenden Abstimmung im Senat rufen mehrere nationale Verbände von Kommunen, Vertretern der öffentlichen Wasserversorgung, Branchenverbände, Expertenverbände, Verbraucherverbände, Umwelt-NGOs und Akteure der Branche die Senatoren und die Regierung dazu auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Grund dafür ist der Gesetzentwurf zum Agrar-Notfallgesetz, dessen Bestimmungen die Wasserwirtschaft, die öffentliche Gesundheit und den Schutz der natürlichen Lebensräume nachhaltig gefährden könnten.

Schwerwiegende Drohungen

Dieser Text stellt eine erhebliche Bedrohung für den Zugang der Französinnen und Franzosen zu qualitativ hochwertigem Wasser dar und schränkt gleichzeitig die Fähigkeit der Landwirtschaft ein, sich tatsächlich an klimatische und ökologische Herausforderungen anzupassen. In diesem Zusammenhang wären Kommunen, Bürger, Landwirte und Wassernutzer gleichermaßen die Verlierer.

In Frankreich weist bereits ein Drittel der 33.000 Trinkwasserentnahmestellen, die 67 Millionen Einwohner versorgen, besorgniserregende Verschmutzungswerte auf; für 16 Millionen Menschen werden diese Werte im Jahr 2024 sogar die Qualitätsgrenzwerte überschreiten. In fast 90 % der Fälle sind diese Verunreinigungen auf Pestizide, deren Metaboliten oder Düngemittelderivate zurückzuführen. Jedes Jahr werden etwa hundert Wasserentnahmestellen aufgegeben oder geschlossen, da die Verunreinigungen technisch nicht beseitigt werden können oder die Kosten dafür als zu hoch angesehen werden.

Eine ausweglose Situation

Die Kosten für die Sanierung steigen unaufhörlich, was viele Kommunen in eine ausweglose Situation bringt. Angesichts gesetzlicher Auflagen stehen ihnen immer weniger finanzielle und regulatorische Hebel zur Verfügung. Gleichzeitig schwächt der Rückgang der Fördermittel für den Agrarsektor, die zur Umstellung der Praktiken im Zusammenhang mit den Wasserentnahmestellen gedacht waren, deren Fähigkeit, ausgewogene Lösungen zu entwickeln, die wirtschaftliche Tätigkeit, die öffentliche Gesundheit und den Ressourcenschutz in Einklang bringen.

Zudem mussten 95 % der französischen Departements in den letzten Jahren im Rahmen von Dürreverordnungen bereits Einschränkungen beim Wasserverbrauch verhängen ? ein Trend, der sich den verfügbaren Prognosen zufolge noch verschärfen wird.

Mehrere erhebliche Rückschläge

Der Gesetzentwurf, der ab dem 29. Juni im Senat beraten wird, bringt jedoch mehrere erhebliche Rückschritte für den Schutz der Wasserressourcen mit sich. Zu den größten Bedenken zählen:

  • die Wiedereinführung verbotener Pestizide, verbunden mit der Gefahr einer Verschleppung in Gewässer sowie Risiken für die Gesundheit und die Artenvielfalt;
  • die Schwächung der Politik zum Schutz der Trinkwasserentnahmestellen, zum Nachteil der vor Ort eingegangenen Kooperationen zwischen Kommunen und freiwillig mitwirkenden Landwirten;
  • die Schwächung der Instrumente, die es den Kommunen ermöglichen, rechtzeitig Maßnahmen zum Schutz der Wasserressourcen zu ergreifen, obwohl sie angesichts der zunehmenden Belastungen dieser Ressource an vorderster Front stehen.

Die Unterzeichner dieser Erklärung rufen zu einem gemeinsamen Engagement auf, um eine ehrgeizige, kohärente und wirksame Wasserpolitik im Dienste aller Nutzer und des Allgemeinwohls zu gewährleisten.

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