Seit einem halben Jahrhundert ist das Département Pyrénées-Orientales für die Verwaltung dieses Gebiets zuständig, das zu einem der anschaulichsten Beispiele für die Wirksamkeit von Meeresschutzgebieten geworden ist.
Ein Vollschutzgebiet im Herzen des Naturschutzgebiets
Innerhalb dieses Schutzgebiets bildet eine 65 Hektar große Total-Schutzzone (ein Zehntel der Gesamtfläche) das geschützte Kerngebiet. In diesem Gebiet sind alle Entnahme- und Erkundungsaktivitäten verboten: Angeln, Tauchen, Sammeln usw. Lediglich das Schwimmen sowie die Durchquerung mit dem Boot oder Kajak sind weiterhin erlaubt.
Warum schützen? Eine alarmierende Feststellung aus dem Jahr 1974
Das Schutzgebiet entstand aus einer dringenden Feststellung heraus: der raschen Verschlechterung der Meeresumwelt. Der Bürgermeister von Cerbère, der der Meereswelt nahesteht, wandte sich an das Ozeanologische Observatorium von Banyuls, um dieses Meeresnaturschutzgebiet zu schaffen. Seitdem häufen sich die Belastungen für die Küste: Klimawandel, Versauerung, chemische Verschmutzung und Plastikmüll, Überfischung, Overtourismus. Für die Freizeitfischerei bedeutet dieser Schutz eine Rückkehr der Fische und eine bessere Qualität der Fanggebiete.

Aufklärung: Die Auswirkungen von Sonnencremes auf Fische
Das Schutzgebiet beschränkt seine Tätigkeit nicht auf den reinen Naturschutz. Schon in den ersten Jahren hat es Maßnahmen zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit entwickelt. Der für Besucher zugängliche Unterwasserpfad ist ein zentrales pädagogisches Instrument. Eine zentrale Botschaft betrifft die Auswirkungen von Sonnencremes auf das marine Ökosystem: Die Besucher werden dazu ermutigt, UV-schützende Badebekleidung oder T-Shirts anstelle von Sonnencremes zu verwenden, da diese der marinen Fauna und Flora schaden, darunter auch den Beutetieren der Fische, die von Freizeitanglern gefangen werden.
Wissenschaftliche Ergebnisse, die die Erwartungen der Fischer übertreffen
Nach 50 Jahren Artenschutz sind die Ergebnisse für die von der Freizeitfischerei befischten Arten außergewöhnlich:
- Der Braune Zackenbarsch, eine im Mittelmeer vom Aussterben bedrohte Art, hat ein spektakuläres Comeback erlebt: von 20 Exemplaren in den 1980er Jahren auf heute fast 720.
- Die Dichte seltener Arten wie Goldbrassen, Zahnbrassen, Korallenbarsche und Zackenbarsche ist dreimal so hoch wie außerhalb des Schutzgebiets.
- Die Biomasse, d.?h. die durchschnittliche Größe der Individuen, ist in Schutzgebieten 30-mal größer.
Diese Zunahme der Fischgröße spielt eine entscheidende Rolle bei der Fortpflanzung. Größere Exemplare tragen effektiver zur Erneuerung der Populationen bei. Der Effekt reicht mittlerweile über die Grenzen des Schutzgebiets hinaus: Wissenschaftler beobachten eine ? Spillover-Effekt » , wo die geschützten Populationen nach und nach die angrenzenden Küstengebiete wiederbesiedeln und den Freizeitanglern neue Angelplätze bieten.

Geplante Erweiterung: 1.680 Hektar ab 2027
Aufgrund dieser von der wissenschaftlichen Gemeinschaft bestätigten Ergebnisse strebt die Verwaltung des Naturschutzgebiets eine Erweiterung des Schutzgebiets auf 1.680 Hektar ab 2027 an. Der Prozess ist mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden: Jedes neue Schutzgebiet hat erhebliche Auswirkungen auf die lokalen Akteure (Fischer, Tauchvereine, Tourismusbetriebe). Um dieses Projekt, das die Wiederbesiedlungsgebiete der Fische erweitern könnte, erfolgreich umzusetzen, wurde ein öffentliches Anhörungsverfahren eingeleitet.
Für Freizeitangler: fischreichere Angelgebiete
50 Jahre nach seiner Gründung zeigt das Naturschutzgebiet Cerbère-Banyuls, dass strenger Schutz ein geschwächtes Ökosystem nachhaltig in einen lebendigen Rückzugsraum verwandeln kann. Für Freizeitangler bedeutet dies die Rückkehr von charakteristischen Arten wie dem Braunen Zackenbarsch, größeren Doraden und Zahnbrassen sowie eine schrittweise Wiederbesiedlung benachbarter Gebiete. Das Schutzgebiet zeigt, dass Meeresschutzgebiete eine lohnende Investition für die Freizeitfischerei im Mittelmeer sind.

/ 










