Fang von Goldmakrelen vom Boot aus: technische Herausforderung und rechtliche Rahmenbedingungen

Auf Coryphänen angeln
Auf Coryphänen angeln © Laurent Duclos

Es ist ein mythischer Fisch, blitzschnell, dessen goldene und türkisfarbene Schuppen in der Mittelmeersonne schimmern. Der Coryphène (Coryphaena hippurus), auch Mahi-Mahi genannt, lässt die Herzen von Sportanglern auf der ganzen Welt höher schlagen. Doch sein Fang vom Ufer aus ist sowohl eine technische Herausforderung als auch eine Frage der Einhaltung der Vorschriften.

Regulierte Fischerei

Angesichts neuer europäischer Auflagen, strenger Fangquoten und anspruchsvoller natürlicher Bedingungen erfindet sich der Fang von Coryphänen vom Festland aus neu.

Seit dem 1. Januar 2026 unterliegt die Freizeitfischerei auf Gelbflossen-Thunfisch im Mittelmeer einer neuen europäischen Verordnung (EU 2026/266), die durch den Erlass vom 7. November 2025 in französisches Recht umgesetzt wurde. Das Ziel? Die Fänge besser zu überwachen und diese empfindliche pelagische Art zu schützen.

Die Angelsaison erstreckt sich nun vom 15. August bis zum 31. Dezember, wobei vor dem 15. August ein vollständiges Fangverbot gilt, auch beim No-Kill-Angeln. Die Tagesquote beträgt 5 Fische oder 10 kg pro Angler und Tag, ohne Mindestgröße, außer im Meeresnaturpark ?Golfe du Lion?, wo das Angeln das ganze Jahr über erlaubt ist, jedoch auf 3 Fische mit einer Mindestgröße von 60 cm begrenzt ist.

Jeder Fang muss innerhalb von 24 Stunden über die RECFishing-App gemeldet werden, wobei ab Februar 2026 eine jährliche Registrierung vorgeschrieben ist. Schließlich muss jeder behaltene Fisch durch das Entfernen eines Lappens der Schwanzflosse gekennzeichnet werden.

Besondere Bedingungen

Der Gelbflossen-Thunfisch ist ein pelagischer Oberflächenfisch, der sich auf hoher See aufhält und warmen Strömungen, schwimmenden Strukturen (FADs, Holz, Algen) sowie Schwärmen kleiner Fische folgt. Sein Vorkommen in Küstennähe ist sporadisch und hängt von ganz bestimmten Bedingungen ab: warme Gewässer (> 20 °C), wie sie im Mittelmeer typischerweise von Juli bis September herrschen, das Vorhandensein von treibenden Strukturen in unmittelbarer Küstennähe (selten) sowie das Vorbeiziehen von Schwärmen bei der Jagd oder bei Küstenwanderungen. Vom Boot aus ist das schon eine Herausforderung. Vom Ufer aus ist das eine ganz andere Geschichte...

Verschiedene Techniken

Für diejenigen, die das Abenteuer vom Land aus wagen, gibt es drei verschiedene Ansätze. Das Spinnfischen mit Oberflächenködern bleibt die zugänglichste Technik: Stickbaits (120 %E2euros%93180 mm), Popper, Chugger (20 %E2euros%9360 g), montiert an einer PE-Geflecht-Schnur (3 %E2euros%935 (40 %E2euros%9360 lb) und einem Vorfach aus Fluorocarbon 50 %E2euros%9380 lb. Die Führung basiert auf weiten Würfen in Richtung der Jagdgebiete und einem zügigen Einholen mit Pausen.

Lebendköder an einer Treibboje (Makrelen, Sardinen) sind sehr effektiv, wenn Bonitos in der Nähe sind, lassen sich aber vom Ufer aus nur schwer einsetzen. Zur empfohlenen Ausrüstung gehören eine Overhead- oder Spinnrute mit 30 lb, 2,40 m, schneller Aktion, eine Rolle der Größe 5000%E2euros%938000, bestückt mit 200 m Geflecht mit 40%E2euros%9360 lb, sowie ein Vorfach aus Fluorocarbon mit 60%E2euros%9380 lb und einer Länge von 1,50%E2euros%932 m.

Der richtige Zeitpunkt für den Erfolg

Die ideale Zeit erstreckt sich von Mitte August bis Ende September, wobei im September die besten Chancen auf große Männchen (gewölbte Stirn, 15 kg+) bestehen. Zu den potenziellen Angelplätzen zählen exponierte Kaps, Offshore-Deiche und Felsvorsprünge in tiefem Wasser (Côte d?Azur, Korsika, Golf von Lion). Optimale Bedingungen sind eine ruhige See, eine Wassertemperatur von über 20 °C sowie das Vorhandensein von kleinen Fischen oder jagenden Seevögeln.

Nachhaltige Fischerei

Der Gelbflossen-Thunfisch ist eine wandernde Art, die empfindlich auf Temperaturschwankungen und den Fischereidruck reagiert. Der neue Rechtsrahmen zielt darauf ab, die Entnahmen besser zu überwachen und eine Überfischung durch Freizeitfischer zu vermeiden. Man muss verantwortungsbewusst handeln, seine Fänge melden, die Quoten einhalten und dem ?No-Kill?-Prinzip den Vorrang geben.

Überprüfen Sie vor jedem Angelausflug die Öffnungszeiten (15. August ? 31. Dezember, außer im Golf von Lion), Ihre Registrierung bei RECFishing (seit Februar 2026 obligatorisch), Ihre Tagesquote (5 Fische oder 10 kg), Ihre Ausrüstung (Rute 20%E2euros%9330 lb, geflochtene Schnur 40%E2euros%9360 lb, Oberflächenköder) sowie die Wetterbedingungen (ruhige See, Wassertemperatur > 20 °C). Weitere Informationen finden Sie vor jedem Angelausflug auf der Website des Ministeriums für ökologischen Wandel und in der RECFishing-App.

Das Angeln auf Gelbflossen-Thunfische vom Ufer aus bleibt eine Herausforderung für passionierte Angler. Zwischen strengen Vorschriften, anspruchsvollen natürlichen Bedingungen und ausgefeilter Technik belohnt es geduldige, gut ausgerüstete und regeltreue Angler. Für alle anderen bleibt es ein Schauspiel, das man vom Strand aus bewundern kann, während man auf den nächsten Bootsausflug wartet.

Weitere Artikel zum Thema