Fang von Rotem Thun bei Fangfahrten: Techniken, Ausrüstung und Tipps

Thunfischfang bei der Hochseefischerei
Thunfischfang bei der Hochseefischerei © Laurent Duclos

Spektakulär, kraftvoll und manchmal verwirrend ? das Fischen auf Roten Thun bei Schwärmen zählt zu den intensivsten Erlebnissen, die Sportanglern sowohl im Mittelmeer als auch an der Atlantikküste geboten werden. Wenn die Thunfische die Beutefische umzingeln und an die Oberfläche brechen, steigt der Adrenalinspiegel sofort an. Doch um diese wenigen Sekunden der Aktivität in einen Biss zu verwandeln, ist es ratsam, über die richtige Ausrüstung zu verfügen und methodisch vorzugehen.

Jagdgebiete ausmachen, ohne sie verschwinden zu lassen

Alles beginnt mit der Beobachtung. Tauchvögel, Schwärme von Sardinen oder in Panik geratenen Sardellen sowie charakteristische Spritzer helfen dabei, die aktiven Thunfische zu orten. Der klassische Fehler besteht jedoch darin, direkt auf die Jagd zu stürzen.

Es ist besser, die Bewegungsbahn der Fische vorauszusehen und das Boot in einiger Entfernung zu positionieren. Eine langsame Annäherung, bei der man möglichst vermeidet, den Futterschwarm zu durchqueren, erhöht die Chancen erheblich, die Thunfische an der Oberfläche zu halten.

Wenn mehrere Boote im Wasser sind, wird diese Diskretion noch wichtiger. Ein Fischschwarm, der regelmäßig von den Booten aufgescheucht wird, kann genauso schnell verschwinden, wie er aufgetaucht ist.

Welche Ausrüstung braucht man zum Spinnfischen auf Roten Thun?

Die Ausrüstung muss auf die Fische abgestimmt sein, die voraussichtlich anzutreffen sind. Die Grundlage bildet eine spezielle Thunfisch-Spinnrute, mit der sich Köder weit auswerfen lassen und die gleichzeitig über eine beträchtliche Kraftreserve verfügt.

Sie wird mit einer robusten Rolle kombiniert, die über eine kraftvolle und stufenlose Bremse verfügt. Auch die Einholgeschwindigkeit ist wichtig: Nach einem Wurf auf einen sich bewegenden Fisch muss man die Schnur manchmal schnell wieder einholen, bevor man mit dem Einholen beginnt.

Das Geflecht muss auf die Gesamtstärke der Montage und auf die zu fangenden Fische abgestimmt sein. Ein abriebfester Vorfach aus Fluorocarbon vervollständigt in der Regel die Montage. Knoten, Schlaufen, eventuelle Karabinerhaken und Haken müssen einwandfrei sein: Bei einem Roten Thun wird jedes noch so kleine, unterdimensionierte Element zu einer Schwachstelle.

Welche Köder sollte man beim Angeln verwenden?

Die Wahl des Köders hängt in erster Linie von der Größe der Beutefische ab. Das ist eines der wichtigsten Geheimnisse dieser Angelmethode. Wenn sich die Thunfische auf winzige Sardellen konzentrieren, kann das Auswerfen eines deutlich größeren Köders dazu führen, dass die Fische den Köder immer wieder ablehnen.

Mit Stickbaits, kleinen Schwimmködern, Casting-Jigs und Weichködern lassen sich die meisten Situationen meistern. Modelle, die schwer genug sind, um weit geworfen zu werden, bieten einen echten Vorteil, wenn die Fische misstrauisch bleiben.

Es ist sinnvoll, verschiedene Größen und Formen zur Verfügung zu haben, um das berühmte ?Match the Hatch? anzuwenden: eine Imitation anzubieten, die der Beute ähnelt, die zum Zeitpunkt der Jagd gefressen wird.

Vor die Fische werfen, nicht mitten hinein

Sobald man in Reichweite ist, sollte man den Köder lieber vor die Schwimmbahn der Thunfische werfen als direkt mitten ins Getümmel. So kann der Köder auf natürliche Weise durch den Angriffsbereich schwimmen.

Schnelles Einholen funktioniert oft, ist aber nicht immer die beste Lösung. Beschleunigungen, sehr kurze Pausen und Tempowechsel können einen zögernden Fisch zum Anbeißen bewegen. Beim Jig-Wurf hilft es auch, die Köder einige Sekunden unter dem Schwarm absinken zu lassen, um Thunfische zu fangen, die sich unterhalb der sichtbaren Jagdgruppe aufhalten.

Den Kampf vorwegnehmen

Nach dem Anbiss beginnt ein ganz anderer Teil des Angelns. Der erste Ruck kann innerhalb weniger Augenblicke mehrere Dutzend Meter Schnur abrollen lassen. Eine bereits vor dem Auswerfen richtig eingestellte Bremse verhindert böse Überraschungen.

Während des Kampfes ist es in der Regel effektiver, gleichmäßigen Druck auszuüben, als zu schnell zum Sieg drängen zu wollen. In der Nähe des Bootes erfordern Richtungswechsel und senkrechte Tauchmanöver besondere Wachsamkeit.

Schließlich unterliegt der Fang von Rotem Thun strengen Vorschriften. Fangzeiten, Genehmigungen, Kennzeichnung sowie Bedingungen für den Fang oder das Zurückwerfen ins Meer können sich ändern: Es ist unerlässlich, vor jedem Fangausflug die geltenden offiziellen Vorschriften zu konsultieren.

Mehr beobachten, sich unauffällig nähern, die Größe des Köders an den Fischbestand anpassen und die Leistungsfähigkeit der Ausrüstung niemals unterschätzen: vier Grundsätze, die oft den entscheidenden Unterschied ausmachen, wenn das Meer plötzlich in Wallung gerät.

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