Das Leben in der Gruppe ist gefährdet
Bei vielen Arten ist das Leben in Gruppen eine Überlebensstrategie. Im Schwarm lassen sich Raubtiere schneller erkennen, man kann sich durch die große Anzahl schützen und sich besser ernähren. Unter dem Einfluss der Erwärmung und vor allem der Versauerung bilden manche Fische jedoch kleinere und weniger geschlossene Gruppen. Die Folge ist, dass die kollektive Verteidigung geschwächt wird, die Koordination nachlässt und die einzelnen Tiere anfälliger werden.

Wohnen ? ein entscheidendes Bindeglied
Jüngste Studien zeigen, dass das Problem nicht immer auf direkten Hitzestress zurückzuführen ist, sondern auf die durch die Versauerung der Ozeane verursachte Verschlechterung des Lebensraums. Wenn sich die Umgebung vereinfacht, stehen den Fischen weniger Rückzugsorte, Orientierungspunkte und Räume zur Verfügung, die für Interaktionen geeignet sind. Diese unauffällige Veränderung reicht aus, um soziale Strukturen zu zerstören, die für das Überleben doch so wichtig sind.

Ängstlichere Fische
Wenn sich die Gruppe zurückzieht, verbringen die Fische mehr Zeit im Versteck und zeigen weniger Eigeninitiative bei der Nahrungssuche. Diese erhöhte Vorsicht kann ihre Futtereffizienz verringern und ihre täglichen Routinen verändern. Auf der Ebene eines Riffs oder einer Population verändert dies die gesamte Dynamik des Lebensraums.
Langfristige Folgen
Diese Veränderung des sozialen Lebens könnte die Fähigkeit der Arten beeinträchtigen, sich an die Ozeane der Zukunft anzupassen. Weniger gut aufeinander abgestimmte Fischschwärme reagieren weniger gut auf Bedrohungen, was sich auf das Überleben, das Wachstum und letztendlich auf den Nachwuchs der Populationen auswirkt. Für Fische ist der Klimawandel also nicht nur eine Frage der Temperatur, sondern auch eine Krise des kollektiven Verhaltens.

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