Auf dem Weg zu einem Schwarzmarkt?
Dieses Phänomen bereitet vor allem Karpfenanglern und Gewässerverwaltern Sorge, da ein großer Karpfen einen hohen wirtschaftlichen und symbolischen Wert hat. In manchen Fällen kommen Personen nachts, machen die Fische ausfindig, fangen sie mit verbotenem Gerät oder außerhalb der Fangzeit und transportieren sie dann schnell in Kühlboxen, Taschen oder improvisierten Fischbehältern ab. Das Ziel ist nicht immer der Verzehr: Es kann sich um die Besatzung privater Teiche, skrupelloser Karpfenangelplätze oder um einen Schwarzmarkt für Trophäenfische handeln.
Ob es sich nun um Trophäenkarpfen oder Koi-Karpfen handelt ? ihr Weiterverkauf kann mehrere Tausend Euro einbringen, bei den begehrtesten Exemplaren manchmal sogar weit mehr.

Hohe Geldstrafen
Rechtlich gesehen ist der Rahmen klar: Das illegale Fangen oder Transportieren von Fischen gilt als Wilderei, und in Frankreich ist der Transport eines lebenden Karpfens mit einer Länge von mehr als 60 cm in bestimmten Fällen verboten, wobei die Strafen bis zu 22.500 Euro betragen können. Allgemeiner definiert man Wilderei als den illegalen Fang von Arten unter Missachtung der Vorschriften bezüglich Fangzeiten, Fangorte, Mindestgrößen oder zulässiger Fangmethoden.
Echte Konsequenzen
Die Folgen sind schwerwiegend. Zum einen für den Fischbestand: Das Entnehmen von Laichkarpfen oder großen Exemplaren stört den Bestand und untergräbt die Bemühungen der Fischereibewirtschaftung. Zum anderen für das Image des Freizeitangelns: Regelmäßige Angler haben das Gefühl, unlauterer Konkurrenz ausgesetzt zu sein und dass die Umwelt geschädigt wird. Schließlich auch für die Gewässer selbst: In bestimmten Gebieten kommt es zu unbefugtem Betreten, Müllablagerungen, Uferbeschädigungen und manchmal auch zu Beeinträchtigungen der Artenvielfalt.

Wie kann man diese Plage bekämpfen?
Angesichts der zunehmenden Diebstähle haben einige Teichbesitzer beschlossen, jedes neu eingesetzte Exemplar mit einem Mikrochip zu versehen. Dieser Mikrochip ermöglicht es, jeden Karpfen individuell zu identifizieren, sein Wachstum zu verfolgen und im Falle einer illegalen Entnahme seine Herkunft nachzuweisen, was ein konkretes Mittel zur Verhinderung von Wilderei darstellt.
Der Kampf gegen den Wildfang erfolgt auch und vor allem durch Überwachung, regelmäßige Präsenz an den Ufern, Kontrollen, die rasche Alarmierung der Fischereiaufseher und der Gendarmerie, aber auch durch die Sensibilisierung der Fischer selbst. In der Welt der Fischerei ist das Thema heikel, da es Leidenschaft, Marktwert, Umweltschutz und die Einhaltung sportlicher Ethik miteinander verbindet.

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